1882 bis 1952

 Die Gründung und die Neugründung

Am 04.11.1882 wurde die Kyffhäuser Kameradschaft Rühen e.V. gegründet. Leider sind kaum Unterlagen aus der frühen Zeit vorhanden, aber zumindest die Fahnen aus dem Gründungsjahr 1882 und aus dem Jahr 1911 existieren sowie ein Foto aus 1882 zur damaligen Vereinsgründung.

KK Ruehen Bild 1882

Die Gründung erfolgte seinerzeit wie es damals üblich war noch unter dem Namen Kriegerverein. Diese Vereine wurden aber nicht mit dem Ziel verbunden Kriege zu führen, sondern mitzuhelfen sie zu verhindern. Man kam damals zusammen um Wunden zu heilen, die Kriege hinterlassen und Kriegsopfern zu helfen. Das war bereits dem Gründungsprotokoll des Kyffhäuserbundes im Jahr 1786 zu entnehmen. Einige weitere Infos hierzu gibt es bei der Kriegsgräberfürsorge nachzulesen.

Im zweiten Weltkrieg wurde 1943 der Kyffhäuserbund verboten und die Vereine aufgelöst. Der Kyffhäuserbund wurde 1952 wieder gegründet und im selben Jahr wurde auch die Kyffhäuser Kameradschaft Rühen wieder zum Leben erweckt. Es entschieden sich 12 Kameraden dazu und schrieben dies im Protokoll der Gründungsversammlung vom 06.10.1951 nieder.  Edmund Krauskopf wurde zum vorläufigen Vorsitzenden vorgeschlagen. Die ersten offiziellen Vorstandswahlen fanden in der Monatsversammlung am 04.02.1952 statt. Dieses Protokoll existiert ebenfalls, zum 1. offiziellen Vorsitzenden nach Kriegsende wurde Otto Dreyer gewählt. Er wurde 1954 durch Edmund Krauskopf abgelöst. 1955 wurde Gerhard Ellenberg zum 1. Vorsitzenden gewählt, dieser hatte das Amt bis 1971 inne.

Kameraden 1950

1953 - 1977

 Gründung der Schiessgruppe und der Jugendgruppe

In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt und auch der Kontakt zu anderen Kameradschaften gepflegt. Eine besondere Veranstaltung im Jahreskalender ist immer noch das Sommerfest bzw. das Dorfgemeinschaftsfest und das war auch schon so in den frühen Jahren. Dieses Fest wird gemeinsam mit mehreren Vereinen bzw. Organisationen durchgeführt wobei jährlich die Veranstaltungshoheit wechselt und entsprechend die Ausrichtung angepasst wird. Besonderes Augenmerk galt hier auch schon früher immer dem Kinderfest mit dem Ermitteln der Kinderkönige sowie dem Festumzug.

kinderkoenige 1973

Kindermajestäten 1973

Im Jahre 1971 übernahm Heinrich Böllersen das Amt des 1. Vorsitzenden, welches er bis 1991 bekleidete.

Im Jahr 1973 wurde an Pfingsten eine Schiessveranstaltung durchgeführt, die den damaligen Kameraden so viel Spass gemacht hat, dass man beschloss eine Schiessgruppe zu gründen. Die Gründung der Schiessgruppe erfolgte offiziell am 01.05.1973. Von da an wurde aktiv am Schiessbetrieb teilgenommen und sich mit anderen Schiesssportvereinen gemessen. Dies lief nach den Berichten anfänglich sehr holprig, was aber schnell durch Training und einer festen Kameradschaft angeglichen werden konnte.
Zum ersten Schiesswart wurde Hermann Prüßner gewählt, seine Stellvertreter waren Otto Schulze und Anton Binder. Der Schiessbetrieb wurde nach der Beschaffung von zwei Scheibenzuganlagen auf dem Tanzsaal der Gaststätte Friedel Elitzer aufgenommen. Der aktive Schiessbetrieb lockte natürlich auch die Jugend an und bereits 1974 konnte eine eigene Jugendgruppe gegründet werden. Der erste Jugendwart der KK Rühen wurde Karl-Heinz Franzewitz.

1975 wurde das Grenzlandpokalschiessen ins Leben gerufen, die teilnehmenden Vereine waren neben der Kameradschaft Rühen der SV Rühen, SV Bahrdorf und ZKOM Wahrstedt. 1978 wurde erstmalig versucht eine Damenschiessgruppe zu gründen, dies wurde seinerzeit noch von den Altkameraden abgelehnt.

1979 wurde von den Gaststätten Elitzer und dem Rühener Hof, bei dem der SV Rühen seinen Schiessbetrieb durchführte, jeweils Eigenbedarf angemeldet und es musste dringend eine neue Schiessstätte gefunden werden. Von 1979 bis 1982 konnte bei Kamerad Rathmann in Brechtorf geschossen werden.

 

1981 - 1983

Bau des Schiessheims 

Der Versuch ein Multifunktionsgebäude am Sportplatz für alle Vereine zu errichten scheiterte an den damalig immens hohen Kosten von geschätzten 2 Mio. DM.

Danach reichten die KK Rühen und der SV Rühen einen eigenen Entwurf für ein gemeinsames Schiessheim ein. Viele Jahre wurde diskutiert und debattiert, Pläne wurden entworfen und wieder verworfen, aber nun konnte es endlich losgehen. Im Februar 1981 erfolgte durch den Bürgermeister Willy Dönhoff der erste "Axthieb", der nötig war um den ersten Spatenstich für den Bau des Schiessheimes folgen lassen zu können. Es galt 473 Quadratmeter umbauten Raum zu erstellen. Es wurden der 58m lange KK-Stand und ein Luftgewehrschiessstand sowie ein Gemeinschaftsraum und Toiletten erstellt. 1983 wurde das Gebäude offiziell fertig gestellt.

Schiessheimbau 1988

1982

100 Jahre Kyffhäuser Rühen

Mit einem unendlich scheinenden Umzug wurde 1982 das 100-jährige Jubiläum der Kameradschaft Rühen gebührlich gefeiert. Aufgrund der starken Beteiligung fand der Aufmarsch zur Fahnenweihe, Ansprachen und Ehrungen nicht auf dem dafür viel zu kleinen Festplatz statt, sondern auf dem Schulgelände. Mit einer langen Veranstaltungsreihe wurde das Fest von Donnerstag bis Sonntag durchgeführt. In Würdigung dieses Jubiläums wurde auch das Kreisverbandsfest angeschlossen. Zahlreiche Gäste aus den umliegenden Kreis-. und Landesverbänden und aus der Politik konnten vom Vorsitzenden der KK Rühen Heinrich Böllersen begrüsst werden.
Es wurde in diversen Ansprachen die Geschichte der Kameradschaft Rühen aber auch das Bestreben und die Ausrichtung des Kyffhäuserbundes hervorgehoben. Die Pflege und Aufrechterhaltung der soldatischen Tugenden werde leider oft falsch verstanden. Dieses bedeutet aber schlicht die Pflicht und Treue zu Heimat und Vaterland zur Wahrung des Friedens sowie die Festigung der städtischen und dörflichen Gemeinschaften und des kurturellen Lebens.

 100Jahre KK Rühen 01

 

 100Jahre KK Rühen 02

1983 - 1990

Bundesverdienstkreuz für Böllersen und Gründung der Frauengruppe sowie der Strickefrauen

Seinerzeit waren Frauen in Schützenvereinen und Kyffhäuser Vereinigungen noch nicht so stark vertreten, aber auch bei den Kyffhäusern regten sich die Ambitionen der Damen mehr als nur die Begleiterinnen der Männer sein zu wollen. Sie wollten ebenfalls aktiv an den Veranstaltungen und vor allem am Schiesssport teilnehmen. Diesen Bestrebungen wurde bei der Monatsversammlung am 17.03.1984 Rechnung getragen und die Damengruppe wurde mit Aufnahme von 14 Kameradinnen gegründet.

Im August 1986 erhielt Heinrich Böllersen als 1. Vorsitzender der Kyffhäuser Kameradschaft Rühen für seine Verdienste um das Wohl der Gemeinschaft auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministerpräsidenten vom Bundespräsidenten das "Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland"!

Der Kyffhäuser-Landesverband wollte Helfer insbesondere für Leprakranke finden. Es wurde eine Patenschaft einer Leprastation in Indonesien übernommen. Hierfür wurde zur Hilfe in den Kyffhäuser Kameradschaften aufgerufen. Das stiess in Rühen auf offene Ohren und es fanden sich schnell einige Damen zu diversen Strickabenden. Es wurden Anfangs die dringend benötigten Verbandsmaterialien aus Baumwolle gefertigt, die den Leprastationen zugestellt wurden.
Eigentlich als spontane Unterstützung ausgerufen, hat sich diese "Strickerei" bei den Damen seither fest etabliert und es treffen sich auch heute immer noch regelmässig einmal im Moment  die Strickefrauen im Schiessheim zum Erfahrungsaustausch oder auch zum Austauschen von Back- oder Kochrezepten, aber das Stricken kommt auch heute wie damals nicht zu kurz und die Erzeugnisse kommen immer noch dem guten Zweck zugute. Finnanziert aus der Vereinskasse und Spenden wird fleissig gearbeitet und es sind auch Nichtmitglieder immer herzlich zum Mitmachen aufgerufen.

Strickefrauen 19881991 - 2016

Kurt Reum wird Bundesschützenkönig

1991 übernahm Lothar Erdmann den Posten des 1. Vorsitzenden vom scheidenden Vorsitzenden Heinrich Böllersen, dieser wurde nach 25 Jahren im Amt zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Es ging auch in den Folgejahren stetig aufwärts bei den Rühener Kyffhäusern. Beim Sommerfest 1997 gab es beispielsweise wieder einen sehr grossen Umzug, der 15 Jahre nach dem 100-jährigen der grösste und bunteste seit dem grossen Jubiläum wurde. Hierbei wurde bereits erwähnt, dass die Kyffhäuser Kameradschaft Rühen mit über 200 Mitgliedern zu den grössten Vereinen gehört sowohl im Kyffhäuserbund als auch im Vergleich zu anderen Vereinen im Umland.
Es gab immer wieder zahreiche Veranstaltungen und insbesondere für die Jugend wurde viel getan, man nahm regelmässig an den Veranstaltungen des Kreis- bzw. Landesverands teil und organisierte auch eigene Ausflüge oder Feierlichkeiten, um das Interesse des Nachwuchses hoch zu halten.

Erstmalig in der Geschichte des Kreisverbandes errang 1999 ein Sportschütze den Titel "Bundesschützenkönig"! Dieser Würdenträger ist Kurt Reum, seinerzeit 2. Vorsitzender und Schiesswart, der als aktiver Sportschütze der Kyffhäuser Kameradschaft Rühen zeigte was er kann und voller Stolz diese Würde getragen hat.

Im Jahr 2001 gibt Lothar Erdmann das Amt des 1. Vorsitzenden ab an Kurt Reum, der bis dahin 2.Vorsitzender war. Lothar wird zum Ehrenmitglied ernannt.

Nachdem schon 2002 das 120-jährige Jubiläum ordentlich gefeiert wurde, ging es zum 125-jährigen in 2007 erst richtig mit dem Feiern los. Wie schon 2002 wurde auch 2007 das Jubiläum genutzt um das Dorffest auszurichten und als Gastgeber des Kreisverbandsfests zu wirken. Es gab wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm, hierzu zählte natürlich auch der traditionelle Festumzug am Sonntag an dem 12 Kameradschaften, 17 örtliche Vereine sowie 3 Spielmannszüge teilnahmen.

Die Zeit verfliegt und somit stand plötzlich die Feier zum 130-jährigen Jubiläum im Kalender. Auch hier wurde wieder das Dorfgemeinschaftsfest ausgerichtet sowie zur Kreisverbandstagung eingeladen. In diesem Rahmen wurden die Mitglieder zu einem Fototermin zusammen gerufen.

130 Jahre Ruehen

In den vielen Jahren gab es viele weitere Jubiläen zu feiern was auch immer gerne und gut organisiert wurde und immer unter grosser Teilnahme der Mitglieder und Gäste stattfand. Hierzu gehören z.B. die Feiern zu 40 Jahre Schiessgruppe, 25 und 30 Jahre Damenschiessgruppe, 20 und 25 Jahre Strickefrauen und vieles mehr.
Es haben sich viele Veranstaltungen fest verankert und werden immer beliebter was sich natürlich an der stetig wachsenden Teilnehmerzahl zeigt. Hierzu gehört natürlich insbesondere das Schweinepreisschiessen, aber auch weitere schiesssportliche Ereignisse wie das Vergleichsschiessen mit Bahrdorf oder das Eltern- und Betreuerschiessen und viele weitere.....
Aber nicht nur die Zahl und Art der Veranstaltungen wächst bzw. stabilisert sich stetig, sondern erfreulicherweise kann sich die Kameradschaft einer seit vielen Jahren stetig wachsenden Mitgliederzahl erfreuen. Im Jahre 1997 wurde noch voller Stolz erwähnt, dass der Verein über 200 Mitglieder hat. Diese Zahl hat sich in den Jahren stetig weiterentwickelt und liegt heute bei ca. 280 Mitglieder.

2017 -

Modernisierung der Schiessstände

 Zu Jahresbeginn 2017 wird der 1. Vorsitzende Kurt Reum in seinem Amt abgelöst und zum Ehrenvorsitzenden ernannt, sein Nachfolger ist Dominik Ühleke.

Das Bestreben der Vereinsführung und natürlich auch der Mitglieder ist es die Erfolgswelle weiter zu reiten und hierzu ist es erforderlich weiter daran zu arbeiten. Dies wird getan und somit wird die Rühener Kameradschaft sicher noch viel von sich hören lassen und sich auch in Zukunft dem negativen Mitgliedertrend im Schiesswesen und der gesamten Vereinswelt sowie der sinkenden Motivation an ehrenamtlicher Tätigkeit entgegenstellen.

Dazu gehört auch die Pflege der Vereinsstätte: So wurden in 2017 die Schiessstände modernisiert. Durch neue Sicherheitsbestimmungen mussten einige Auflagen erfüllt werden, wie z.B. eine zusätzliche Fluchttür mit einer Alarmanlage eingebaut und die Deckenverkleidungen erneuert werden. Dies wurde zum Anlass genommen um die Räumlichkeiten zu verschönern, die Beleuchtung auf LED umzurüsten und insgesamt alles heller zu gestalten und einiges mehr umzusetzen.
Dies wurde alles in Eigenleistung gemeinsam mit dem Schützenverein Rühen durchgeführt.

Am 30.10.2017 wurde erstmalig ein Kulturabend durchgeführt. Hier wurde in geselligern Runde über alte Zeiten gesprochen sowie Filme von früheren Veranstaltungen gezeigt und sich über diverse Fotoalben her gemacht und ausgiebig über die alten Zeiten gefachsimpelt.

Fortsetzung läuft..............